10.07.2014 - Phänologische Beobachtungen mit der Warn Wetter App des DWD

Es hat uns sehr gefreut, dass wir so viele Rückmeldungen bekommen haben mit dem Wunsch/ der Bereitschaft weiter phänologische Daten im Klimabeet zu erheben. Wie schon auf der Abschlussveranstaltung angekündigt haben wir uns inzwischen dazu mit den Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) verständigt, die schon jahrzehntelang systematisch phänologische Daten erheben und auswerten. Dabei arbeiten sie auch mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen, die nun auch die Möglichkeit haben über die Warn-Wetter-App als "Sofortmelder*in" mit dem Smartphone Beobachtungen hochzuladen - und zwar nicht nur zu den üblichen Zeigerarten der Wetterdienste, sondern auch zu vielen weiteren Spezies. Wie das funktioniert wird auf der DWD-Webseite erklärt: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaueberwachung/phaenologie/pflanzenmeldungen/Pflanzenmeldungen.html. Ihre eigene Beobachtung können Sie direkt nach der Eingabe auf einer interaktiven Karte sehen - und auch die anderer Nutzerinnen und Nutzer, natürlich anonymisiert (Abb. 1).

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Abb. 1: Screenshots aus der Warn-Wetter-App. Unter "Pflanzenmeldungen" kann man alle Eingaben der vergangenen Woche sehen (den Zeitraum kann man anpassen!). Klickt man einen Punkt an, bekommt man genauere Informationen (Bsp. Wintergerste im mittleren Bild). Dies beinhaltet auch eine vergleichende Einschätzung, wenn es sich um eine der Hauptzielarten des DWD handelt. Bei allen übrigen können Sie Datum, Ort und ein Foto sehen (Bsp. Duft-Skabiose im rechten Bild).

 

Die Warn-Wetter-App in ihrer Basisfunktion ist kostenlos, Pflanzenmeldungen können Sie allerdings nur in der kostenpflichtigen Vollversion der App eingeben. Diese kann man für einmalig 2,49 € im Rahmen eines InApp-Kaufes herunterladen (keine monatlichen Kosten, kein Abo). Hier gibt es leider keine andere Möglichkeit. Dafür ermöglicht die Vollversion der App gleichzeitig Zugang zu weiteren Daten und Funktionen des DWD.

Es gilt weiterhin, dass wir noch nicht sagen können, in welcher Form wir die mit der Warn-Wetter-App erhobenen Daten am Ende tatsächlich verwenden können. Daher möchten wir an dieser Stelle noch keine Erwartungen wecken, denen wir vielleicht gar nicht gerecht werden können. Letztlich hängt dies vor allem auch davon ab, wieviele Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende tatsächlich mit der Datenerfassung weitermachen. Umsonst ist Ihre Dateneingabe auf keinen Fall. Selbst wenn es für eine projektbezogene Auswertung durch uns letztlich nicht reicht, werden alle hochgeladenen Meldungen in der Datenbank des DWD gespeichert und tragen dazu bei, das Wissen über Phänologie vor dem Hintergrund des Klimawandels zu erweitern. Auch die Möglichkeit noch weitere Arten zu erfassen hat uns gefallen, ob im eigenen Garten oder auf Spaziergängen.

Daher ist dies ein Mitmachaufruf an alle, die ihr Klimabeet noch weiterhin pflegen. Testen Sie die Datenaufnahme mit der Warn-Wetter-App. Das hilft uns nach einem Testupload zu prüfen, ob alles funktioniert, aber dafür brauchen wir natürlich Dateneingaben. Nur wenn genügend Leute mitmachen, haben wir die Möglichkeit einer längerfristigen Kooperation mit dem DWD. Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Es wird auch deutlich weniger arbeitsintensiv als bisher, da nicht mehr jede Art jede Woche angeschaut werden mus.

Was ändert sich? Was bleibt gleich?

Natürlich ist eine neue App mit einer anderen Eingabemaske immer etwas gewöhnungsbedürftig. Diese ist aber vergleichsweise einfach zu handhaben. Unten (Abb. 2) erklären wir die Datenerfassung Schritt für Schritt.

1. Die Stadien

Um uns den Voreinstellungen der App anzupassen, müssen wir einige Änderungen bei der Stadienerfassung vornehmen:

  • Erster Trieb: Fällt nun weg. Das würde die App zwar grundsätzlich ermöglichen, jedoch haben wir uns letztlich aus den bisherigen Erfahrungen heraus entschieden, dieses Stadium nicht mehr zu beobachten. Bei vielen der Arten war dies sehr schwer zu erkennen und wir möchten es denjenigen, die noch weiter Daten erfassen möchten, nicht unnötig schwer machen. Dazu kommt, das man hierfür gerade in den Wintermonaten, wenn sonst nichts an dem Beet zu tun ist, genau hinschauen muss.
  • Blattentfaltung: Wie gehabt. Bitte nur den Beginn der Blattentfaltung angeben.
  • Blühbeginn: Nur am Termin der ersten Blütenbeobachtung angeben (entspricht dem bisherigen "Blüten geöffnet"). Knospen oder abgeblüht wird nicht mehr erfasst.
  • Vollblüte: Neu. Wenn Sie den Eindruck haben, die Pflanze/ der Bestand steht jetzt in voller Blüte, können Sie das melden. Hierbei reicht der subjektive Eindruck, es müssen keine Blüten gezählt werden. Das Stadium kann auch mehrmals gemeldet werden, falls die Vollblüte über mehrere Wochen andauert.
  • Fruchtreife: Wie gehabt. Bitte nur den Beginn der Fruchtreife angeben.
  • Blattfärbung: Ersetzt das Stadium "50 % Seneszenz". Einzugeben, wenn die Hälfte der Blätter verfärbt, vertrocknet oder abgefallen ist. Also wie gehabt, nur ein anderer Name.

2. Beobachtungsrhythmus

Wie bisher wäre es schön, die Entwicklung der Pflanzen wöchentlich im Blick zu haben. Sie geben aber nicht mehr jede Woche für jede Pflanze den Entwicklungsstand ein, sondern nur für die Arten, an denen Sie ein neues Stadium beobachten. Daher ist es ganz normal, wenn zwischendurch einige Wochen gar nichts einzutragen ist.

Sie können jederzeit in die Datenerfassung einsteigen, auch wenn Sie eine Art verpasst haben - oder sich auf die Blühstadien konzentrieren. Das liefert bereits wertvolle Daten. Vermeiden Sie lediglich ein Stadium einzutragen, wenn Sie sehr unsicher sind, ob dies tatsächlich neu ist (d.h. im Laufe der jeweiligen Woche erschienen ist).

3. Sonstiges

  • Sie können Ihre Beobachtung auch rückdatieren. Sollten Sie also in den letzten Wochen notiert haben, wann Ihre Pflanzen aufgeblüht sind oder erinnern sich noch daran (zumindest wochengenau), können Sie diese Beobachtung gerne nachträglich eingeben.
  • Zu jeder Beobachtung muss ein Foto hochgeladen werden (gilt auch für rückdatierte Eingaben). FloraIncognita-Nutzer*innen kennen das schon. Ausnahmen sind nur die Hauptzielarten des DWD, die bereitsn in der jeweils ersten Liste genannt sind (vgl. Abb 2.5). Dazu zählen unsere Projektarten nicht. Auch wir erhalten Zugang zu den Fotos und behandeln sie natürlich gemäß den geltenden Datenschutzbestimmungen.
  • Auch andere Nutzer*innen können Ihre Fotos sehen. Die Darstellung in der Karte sind jedoch so ungenau, dass Sie nicht exakt einem Beet zuzuordnen sind. Beet-IDs können nicht eingesehen werden.
  • Die App benötigt Zugriff auf Ihren Standort.
  • Die App arbeitet mit Deutschen Pflanzennamen. Häufig gibt es ja eine gewisse Auswahl verschiedener Deutscher Namen für ein und dieselbe Pflanzenart. Sie finden unsere Arten in der Auswahlliste der App am Leichtesten, wenn Sie sich an den Bezeichnungen orientieren, die wir auch auf unserer Webseite verwenden (Aufrechte Waldrebe, Bunte Kronwicke, Echter Eibisch, Gewöhnliche Goldrute, Gewöhnliches Seifenkraut, Kleines Mädesüß, Steppen-Salbei, Wilde Malve, Wilde Tulpe, Winterling), vgl. Abb. 3.
  • Anders als bisher können Sie Ihre Meldungen auch wieder löschen.

Wann geht es los?

Wer möchte kann sofort anfangen!

Zum Schluss das WICHTIGSTE! Nicht vergessen!

In das Kommentarfeld kliku + Ihre Beet-ID eintragen! Nur dann kann der DWD Ihre Daten unserem Projekt und Ihrem Beet zuordnen und eine gemeinsame Auswertung wird überhaupt möglich. Dies ist leider für jede einzelne Beobachtung nötig und es gibt kein automatisiertes Ausfüllen. Bitte verwenden Sie diesen Code nur für die Beobachtungen an den Pflanzen Ihres Klimabeetes, nicht für Dateneingaben zu anderen Arten.

Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie hierzu noch Fragen haben.

Vielen Dank für Ihre Mühe und hoffentlich auch Freude beim weiteren Beobachten!

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1. Dies ist der Startbildschirm, wenn Sie die Vollversion der Warn-Wetter-App installiert haben. Für die Eingabe von phänologischen Beobachtungen, klicken Sie auf "Weitere Produkte". 2. Es erscheint ein Bildschirm, bei dem Sie Pflanzenmeldungen ansehen oder neue Beobachtungen eingeben können. Für Ansehen klicken Sie "Pflanzenmeldungen", dann sehen Sie eine Übersichtskarte (vgl. Abb. 1). Für neue Beobachtungen klicken Sie "Pflanzenmeldung eingeben". 3. Bei der ersten Nutzung öffnet sich noch ein Fenster, in dem Sie aufgefordert werden die Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, z. B. die Speicherung der Standortdaten beim DWD (nicht für andere Nutzer*innen sichbar). 4. Nun erscheint eine Auswahl an Stadien (unter der Überschrift Wildpflanzen und Obst). Wählen Sie das Stadium aus, für das Sie eine Beobachtung eingeben möchten.
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5. Es erscheint eine bebilderte Auswahlliste an Pflanzen. Für unsere Projektpflanzen müssen Sie den untersten Button "Andere Pflanze" drücken.

Die aufgelisteten Arten haben rechts oben einen kleinen Info-Button. Hier bekommen Sie eine artspezifische kurze Stadienbeschreibung und ein passendes Foto dazu. Wächst eine dieser Arten auch in Ihrem Garten oder in der Nähe? Der DWD freut sich auch über zusätzliche Beobachtungen, wenn Sie mögen.

6. Im nächsten Fenster können Sie in einem Suchfeld (blau) den Namen eingeben. Schon nach wenigen Buchstaben, erscheinen oben Vorschläge. Im Beispiel wurde "Wild" eingegeben. Sie wählen die richtige Pflanze durch Klicken auf den Artnamen aus.

In Abb. 3 erläutern wir das noch genauer, um möglichen Verwechslungen vorzubeugen.

7. Nun erscheint das letzte Fenster. Voreingestellt ist immer das Datum von heute. Sie können dies jedoch ändern. Auch den Standort können Sie manuell ändern, automatisch erscheint der derzeitige Standort des Gerätes. Falls Sie im nächsten Schritt ein Foto aus Ihrem Speicher hochladen, wird der Standort aus den Metadaten des Fotos verwendet.

Ohne ein Foto auszuwählen oder neu aufzunehmen geht es hier nicht weiter. Der Button "Foto auswählen" muss demnach angeklickt werden.

8. Wichtig: In das große Notizfeld in der Mitte eintragen: kliku + Ihre Beet-ID! Wenn Sie schon das Foto hochgeladen haben, erscheint der Button "Senden", ein Klick und es ist geschafft.

 Abb. 2: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Datenerfassung mit der Warn-Wetter-App. Mit wenigen Klicks ist es geschafft. Beispiel: Vollblüte der Wilden Tulpe. Die Wilde Tulpe gehört übrigens neben Winterling und Wilder Malve zu den Arten, die bereits in der Beobachtungsliste des DWD für Blütezeit enthalten waren. Hierzu gibt es dort also bereits Daten.

Bei unseren Testeingaben konnten wir keine Unterschiede zwischen Apple und Android feststellen, beide sehen in der gerade aktuellen Version quasi identisch aus.

       
       
 
       

Abb. 3: Als Hilfestellung zur Auswahl der richtigen Art sind hier für alle elf Projektarten Screenshots der möglichen Auswahllisten zu sehen, die nach der (Teil-)Eingabe des Deutschen Namens erscheinen können. Wenn Sie beispielsweise nur den deutschen Gattungsnamen eingeben, stehen manchmal mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Jeder Screenshot zeigt die Auswahlliste, die erscheint, wenn Sie nur den Deutschen Gattungsnamen eingeben (ohne die dazugehörige Artbezeichnung). Der orangefarbene Pfeil zeigt jeweils auf den richtigen Artnamen für unsere "Klimabeete".

Einige Kleinigkeiten sind uns aufgefallen: Bei der Aufrechten Waldrebe kommt man mit "Aufrechte" schneller zur Zielart, beim Steppen-Salbei mit "Steppen" - d.h. es stehen weniger Möglichkeiten zur Auswahl. Arten mit Umlauten (Mädesüß) findet man nur, wenn man diese auch eingibt, einfache "a"s oder "u"s führen nicht zum Ziel. Probieren Sie aus, was sich für Sie bewährt. Manchmal reichen schon wenige Buchstaben, um eine Auswahlliste zu sehen, welche die korrekte Art enthält.

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BMBF 252x200
Das Projekt hat eine Laufzeit von Juli 2021 bis Februar 2024 (verlängert bis Dezember 2024) und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es gehört zu 15 Projekten, die bis Ende 2024 die Zusammenarbeit von Bürger*innen und Wissenschaftler*innen inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen.
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