Nachdem wir mit unseren regelmäßigen Live-Frage- und Informationsrunden in die Winterpause gegangen sind, haben wir im Januar wieder die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit uns und anderen Teilnehmenden geben. Dafür waren sowohl unsere Teilnehmenden als auch Gäste ohne eigenes Klimabeet in unseren vier Projektstädten zu einem Treffen der besonderen Art eingeladen. Für das erste Treffen im neuen Jahr haben wir uns ein bisschen was einfallen lassen. So gab es Führungen, Vorträge und viele Möglichkeiten für Fragen und Austausch. Wir im Projektteam haben uns gefreut so viele interessierte Menschen zu den Veranstaltungen begrüßen zu können.

Berlin
Der Auftakt der Veranstaltungsreihe hat im Botanischen Garten Berlin stattgefunden. Über 60 Teilnehmende haben sich am Samstag, dem 21. Januar hier versammelt um an dem vielfältigen Nachmittagsangebot teilzunehmen. Angeboten wurden neben einem Phänologischen Spaziergang, der Besichtigung des Modellbeetes unter der Leitung von Tim Kortekamp und der Demonstration des meteorologischen Gerätes von OpenUCO (Urban Climate Observatory) mit Jana Ulrich auch mehrere Führungen durch die Gewächshäuser und hinter deren Kulissen mit Birgit Nordt und Gerald Parolly. Neben dem aktiven Programm konnten auch zwei Vorträgen gelauscht werden. Gerald Parolly und Birgit Nordt erzählten etwas über die Verknüpfungen von Klima, Pflanzen und menschlicher Gesellschaft in Raum und Zeit. Danach gab es von Luise Ohmann einen Einblick in die ersten Ergebnisse der Bürger*innendialoge. Während der gesamten Veranstaltung standen Kristin Fiedler und Wayne Schmitt beim Anmelde- und Infotisch, um die Teilnehmende in Empfang zu nehmen und ihre Fragen zu beantworten.

Jena
In Jena haben wir unser Treffen am 26. Januar mit einer Führung durch das Herbarium Haussknecht begonnen. Hier konnte der Geschichte des Herbariums gelauscht werden und die Sammlung von über 3 Millionen Pflanzen bestaunt werden. Diese werden übrigens gerade in mühevoller Handarbeit einzeln eingeklebt und digitalisiert. Im Anschluss nahmen Gerald Parolly und Birgit Nordt uns, mit ihrem Vortrag über die Verknüpfung von Klima, Pflanzen und menschlicher Gesellschaft, auf eine Reise in Raum und Zeit mit. Auch in Jena hat Luise Ohmann einen Einblick in die ersten Ergebnisse der Bürger*innendialogen gegeben. Ein reger Austausch über unterschiedliche Fragen und Anregungen beendete diesen Donnerstagabend mit einem motivierenden Gefühl für die kommende Saison von Pflanze KlimaKultur!.

Halle
Das erste Come-Together im neuen Jahr in Halle fand im Biozentrum am Samstag, dem 28.01.2023, statt. Nachdem die Bürgerwissenschaftler*innen mit Kaffee, Obst und Kuchen versorgt waren, wurde die Veranstaltung gegen 14 Uhr mit einer kurzen Begrüßung und Vorstellung aller Anwesenden eingeleitet. Interessiert und aufmerksam verfolgten die Teilnehmenden die Präsentation von Isabell Hensen über Pflanze KlimaKultur! und parallel laufende, vielversprechende Projekte wie bspw. PhenObs und PollObs. Nach einer Verschnaufpause in gemütlicher Runde, mit angenehmen und lustigen Gesprächen, stellte Luise Ohmann erste spannende Ergebnisse der Bürgerdialoge vor. Im Anschluss an einen regen und positiven Austausch über das Projekt und Knüpfen neuer Kontakte, verabschiedeten sich die Pflanzenfreund*innen gegen 16:30 Uhr in das Wochenende.

 

Leipzig
Das Come-Together fand in gemütlicher Atmosphäre in der „Grünen Schule“ des Botanischen Gartens der Universität Leipzig statt. Dipl.-Biol. Rolf Engelmann (Botanischer Garten Leipzig) eröffnete die Veranstaltung und führte aus einer mit Sesseln und Teppich heimelig gestalteten Ecke des Lehrraums inmitten der Gewächshäuser durch den folgenden Abend. Im Stile eines wissenschaftlichen Salons hatten unsere Referentinnen vor ihren Vorträgen die Möglichkeit, sich, ihre Arbeit und Motivation im Dialog mit Hr. Engelmann vorzustellen. Abschließend gab Sebastian Schmidt (Wissenschaftliche Hilfskraft, Botanischer Garten Leipzig) einen Ausblick auf die in Leipzig geplanten Veranstaltungen im Jahr 2023 und stand den Fragen der Teilnehmer*innen Rede und Antwort.

Anlässlich eines Arbeits- und Informationstreffens besuchten heute Renate Künast und Benedikt Lux mit Mitgliedern ihrer Teams den Botanischen Garten Berlin. In diesem Rahmen hatten wir die Gelegenheit unser Projekt Pflanze KlimaKultur! vorzustellen. Alle Beteiligten zeigten sich sehr interessiert und sind gespannt auf die Ergebnisse bezüglich der phänologischen Unterschiede im Stadtgebiet. Vor allem über den Einfluss versiegelter Flächen und über die generellen Verschiebungen phänologischer Phasen über die Jahre haben wir uns ausgetauscht.

Fotos: Nadine Csonka

Nach einem kurzen Wintereinbruch Anfang Dezember ist in unserem gesamten Projektgebiet kaum noch Frost in Sicht. Weite Teile Deutschlands haben in der Sylvesternacht Rekordtemperaturen verzeichnet.

Da wundert es nicht, dass auch unsere Pflanzen darauf reagieren. Erste Triebe bei den Geophyten (Zwiebel- und Knollenpflanzen), also den Wilden Tulpen und den Winterlingen haben wir um diese Jahreszeit erwartet. Sie sind uns inzwischen von vielen Klimabeeten gemeldet worden, wobei die Tulpe noch einen Vorsprung hat. Dass nun auch schon die bodennahen Knospen der sogenannten Hemikryptophyten (z. dt. „Halbverborgenen“) aufbrechen, ist für diese Jahreszeit schon bemerkenswert. Was unsere Projektarten im Botanischen Garten in Berlin betrifft, habens bereits das Seifenkraut, die Kronwicke, die Graue Skabiose und sogar die Wilde Malve Ihre diesjährige Wachstumssaison eingeläutet.

Es lohnt also ein genauerer Blick in das Klimabeet. Wir sind gespannt, wie sich die Pflanzen nun weiterentwickeln ...

Die türkisfarbenen Pfeile deuten jeweils auf die neuen Austriebe, die gelben Pfeile zeigen entweder auf die dunkelvioletten kompakten Winterruheknospen des Seifenkrautes (li. oben) oder auf die noch vorhandenen letztjährigen Blätter der Wilden Malve (re. oben) oder der Kronwicke (re. unten). Türkisfarbene Pfeile bei allen Bildern weisen auf das neue Wachstum hin, z. B. die rötlich überlaufenen Triebe des Seifenkrautes, eine gerade aufbrechende Knospe der Wilden Malve oder die jüngsten Blätter der Grauen Skabiose (li. unten). Deren rosettenförmige Blätter sind auch während des starken Frostes grün geblieben. Neues Wachstum ist an der etwas rötlich überlaufenen Mittelrippe zu erkennen. Bei der Kronwicke kann man sogar schon fast die Blattform erahnen; um im Beobachtungsbogen das entsprechende Feld anzukreuzen, sollten sich aber auch die Einzelblättchen soweit entfaltet haben, dass deren Form deutlich zu erkennen ist.

Diese Winterlinge (li.) sind gerade einen Tag alt und werden bei gutem Wetter sicher bald ihre Blütenknospen sehen lassen. Die ersten Triebe der Tulpen hatten wir ebenfalls um diese Jahreszeit erwartet, sie zeigen allerdings ein außergewöhnlich schnelles Wachstum, so dass bei der ersten Pflanze schon die Blattform zu erkennen ist (Mitte), gleichzeitig kommen noch weiter neue Triebe aus dem Boden (re.)

 Fotos: Birgit Nordt

Wir bedanken uns für ein tolles Jahr 2022, in dem wir gemeinsam über 200 Klimabeete in Berlin, Leipzig, Jena und Halle angelegt, Dialoge und Veranstaltungen begleitet und gemeinsam Utopien zur Klimaresilienz unserer Städte entwickelt haben. Wir freuen uns sehr über das bisher Erreichte. Insgesamt konnten fast 600 Blühereignisse registriert werden, wobei in jeder Projektstadt eine andere Pflanzenart “Blühsiegerin” wurde. So haben die Malven zuerst in Berlin ihre Blüten gezeigt, die Leipziger*innen konnten sich als erstes über Eibischblüten freuen, die Jenaer*innen meldeten die ersten blühenden Wildtulpen und im Frühsommer blühte der Steppensalbei zuerst in Halle.

Bis zum 22.12. wurden bereits 17 Tulpenaustriebe (8,5% aller Klimabeete) registriert, der allererste Austrieb erfolgte bereits am 11.11.2022! Da manche Teilnehmer*innen erst nachträglich ihre Daten eingeben, sind es vielleicht sogar schon mehr, das werden wir im Januar sehen. Bis dahin sind sicher auch schon die ersten Triebe bei den Winterlingen zu vermelden. Weitere Informationen über die ersten Triebspitzen der Tulpen können Sie in unserem Post vom 30. November nachlesen oder Sie schauen nochmal in das Anleitungsheft, in dem die Stadien aller Projektarten erläutert sind.

Nun sind wir freudig gespannt, wie es im neuen Jahr weitergeht! Aber auch Sie können gespannt sein, denn wir starten gleich zu Jahresbeginn mit den nächsten Veranstaltungen und laden Sie herzlich zu einem winterlichen Come-Together in Ihrer Projektstadt ein. Das Treffen gibt uns die Möglichkeit zu einem persönlichen Austausch und einen Einblick in erste Ergebnisse. Hier erfahren Sie wann und wo wir uns in Ihrer Stadt als nächstes treffen.

Wir verabschieden uns vom Jahr 2022 mit ein paar winterlichen Impressionen aus dem Botanischen Garten Berlin und wünschen allen einen guten Start in das Neue Jahr!

Fotos: Birgit Nordt

 

Am vergangenen Freitag haben wir uns zu einem weihnachtlichen studentischen Think Camp im Botanischen Garten Berlin, auf dem Gelände des Urban Gardening Projekts UniGardening getroffen. Dort kultivieren Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen und Hochschulen, Mitarbeiter*innen der FU Berlin und interessierte Bürger*innen gemeinsam Nutz- & Nahrungspflanzen. Mit dabei war auch der Blühende Campus FU Berlin, eine Fachbereichs- und Einrichtungsübergreifende Initiative, die sich zum Ziel setzt, das Thema Biodiversität stärker in den Fokus der universitären Nachhaltigkeitsstrategie zu rücken und somit die biologische Vielfalt auf dem Campus der FU zu fördern.
Nach einer kurzen Projektvorstellung durch Wayne Schmitt, unserem Projektmitarbeiter aus dem Botanischen Garten Berlin, kamen wir bei Glühwein, Gebäck und Kinderpunsch über die Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmenden zur biodiversitätsfreundlichen Gestaltung des Campus der FU ins Gespräch. Dabei wurde es sehr konkret. Auf einer Karte kamen über 12 Orte auf dem Campus zusammen, an denen die Teilnehmenden dringenden Handlungsbedarf sehen. Dabei waren die Wünsche und Vorstellungen sehr divers und reichten von Blühstreifen an den Straßen bis hin zur Dachbegrünung und Umnutzung der vielen ungenutzten Parkflächen.
Aus diesem intensiven Austausch über konkrete Maßnahmen entwickelten wir gemeinsam ein Konzept für eine Serie von Think Camps im Jahr 2023. Diese sollen zum Ziel haben, gemeinsam mit Akteur*innen und Entscheidungsträger*innen an der Umsetzung der Maßnahmen und Wünsche für einen biodiversitätsfreundlichen Campus zu arbeiten.
Wir freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung dieser Think Camps mit dem Blühenden Campus und dem UniGardening. Alle Informationen über künftige Veranstaltungen werden wir rechtzeitig auf unserer Webseite unter Veranstaltungen bekanntgegeben.

 

 

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Das Projekt hat eine Laufzeit von Juli 2021 bis Februar 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es gehört zu 15 Projekten, die bis Ende 2024 die Zusammenarbeit von Bürger*innen und Wissenschaftler*innen inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen.
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