Für einige Frühblüher beginnt bereits die Vegetationsperiode 2023! In Halle und in Berlin haben sich auf den Modellbeeten die ersten Triebspitzen der Wilden Tulpen gezeigt. Man muss schon sehr genau hinschauen, um diese zu erkennen. Wir konnten in dieser Woche also bereits "Erster Trieb" in der Monitoringliste vermerken. Hier reicht es, wenn die kleine (oft rötliche) Blattspitze zu sehen ist. Manchmal kann es Wochen dauern bis es dann zur Blattentfaltung kommt - das hängt vom Wetter ab.

Foto: Robin Pelzer

Foto: Birgit Nordt

 

Auch bei den Winterlingen sollten wir bald genauer hinschauen! Falls Sie in Ihrem Garten noch andere Winterblüher gepflanzt haben, wie z. B. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis, u.li.) oder Gewöhnliche Prärielilie (Camassia cusickii, u. Mitte), können Sie wahrscheinlich dort ebenfalls die ersten Triebe sehen. Auch Christrosen (Helleborus niger, u. re.) machen sich schon bereit für die erste Blüten. Vielleicht sind diese dann tatsächlich um die Weihnachtszeit zu sehen.

Fotos: Birgit Nordt

Beim Pflanze KlimaKultur!-Bürger*innendialog diskutierten interessierte Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Jena über Möglichkeiten und Ziele einer klimaresilienten Gestaltung ihrer Stadt. Dazu trafen sich am zweiten November Interessierte unterschiedlichen Alters am Campus der Friedrich-Schiller-Universität (FSU), um über die zukünftige Stadtgestaltung ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung startete mit einem Willkommensgruß durch die Gastgeberin Frau Christine Römermann, Professorin für Biodiversität der Pflanzen an der FSU Jena. Darauf folgte eine Vorstellung des globalen phänologischen Monitoring-Projektes PhenObs, deren Gründungsmitglieder auch Pflanze KlimaKultur! ins Leben gerufen haben, durch Robert Rauschkolb, den Koordinator des PhenObs-Netzwerkes und die Vorstellung der neuen Pflanze KlimaKultur!-Mitarbeiterin, Luise Ohmann.

Spannende Impulsvorträge von lokalen Expert*innen aus Klima- und Umweltschutz zeichneten ein erstes Bild zur Biodiversität in der Stadt Jena. Franziska Vogelsang gab uns einen Einblick in Herausforderungen und Erfolge von Projekten des Stadtforsts Jena. Christina Zaubitzer, Mitglied des BUND Jena, zeigte verschiedene Perspektiven und Möglichkeiten auf, im städtischen Raum Naturschutz zu betreiben und schloss ihren Vortrag mit Wünschen und Zukunftsvisionen für die Stadt Jena. Der Vorsitzende des Naturschutzbeirats Dr. Gottfried Jetschke gab über die Arbeit des Beirats Auskunft und betonte die Bedeutung der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in der Forschung und auch bei kommunalen Prozessen. Mit diesem Motivationsschub ging es in die erste Runde des Bürger*innendialogs, in der in Kleingruppenarbeit Wünsche und Ziele für ein klimaresilientes und biodiversitätsfreundliches Jena formuliert wurden. Dabei konnte von notwendigen Maßnahmen über gewünschte Aktionen bis hin zu Utopien alles genannt werden. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden die Priorität und Umsetzbarkeit dieser Ziele und ordneten sie zwischen dringender Handlungsanweisung und Utopie ein. Nach einem Austausch aller Teilnehmenden zu den Zwischenergebnissen ging es in die zweite Runde der Dialoge, wo Maßnahmen direkt in der Stadt verortet und mögliche Akteur*innen zugeordnet wurden. Bei dieser kreativen Arbeit gab es spannende Ergebnisse, die in einer anschließenden gemeinsamen Vernissage bei Snack und Getränk vorgestellt wurden und im Anschluss noch eine Menge Gesprächsstoff für die Teilnehmenden bot. Bei einem Thema waren sich alle einig: Der Ausbau eines Radwegenetzes in Jena zählt zu den drängendsten Wünschen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Vielen Dank für die enthusiastische Teilnahme, die vielen Ideen und spannenden Gespräche!

Neben dem Jenaer Bürger*innendialog fanden dieses Jahr noch weitere dieser Formate in Leipzig, Halle und Berlin statt. Die Ergebnisse aller Veranstaltungen werden nun ausgewertet und anschließend mit der Öffentlichkeit und den politischen Akteur*innen vor Ort geteilt. Auch im nächsten Jahr planen wir wieder Veranstaltungen in ähnlichem Format, die wir rechtzeitig auf unserer Webseite ankündigen werden.

 

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                  Fotos: Kristin Fiedler

Wir haben Zuwachs! Unser interdisziplinäres Team wird durch Luise Ohmann ergänzt.


Luise ist Wissenschaftlerin am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig und bringt Erfahrung in der Vernetzung von Wissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit mit. Zuletzt hat Luise das Citizen-Science-Projekt Expedition Erdreich wissenschaftlich begleitet und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern im Jahr 2021 den Boden in ganz Deutschland untersucht. So konnten knapp 2000 Datensätze zu standortbezogenen Bodeneigenschaften gewonnen werden, mit denen zukünftig Forschende auf der ganzen Welt arbeiten können. Mit Pflanze KlimaKultur! erweitert sich der Fokus ihrer Arbeit vom Lebensraum Boden auch auf Ökosysteme oberhalb der Erdoberfläche. Was die beiden Projekte gemeinsam haben, ist die intensive Einbindung von Freiwilligen in den Forschungsprozess und so die Möglichkeit, gesellschaftsrelevante Fragen zu beantworten und gleichzeitig Wissenschaft ein Stück erlebbarer zu machen. Luise wird vor allem an der Gestaltung und wissenschaftlichen Auswertung verschiedener Veranstaltungen und Bürger*innendialoge in unseren vier Projektstädten beteiligt sein. Außerdem wird sie auch in den regelmäßigen Online-Fragestunden für Sie und Ihre Fragen zur Verfügung stehen. Sie freut sich auf die inspirierende Zusammenarbeit mit ganz unterschiedlichen Menschen in ganz unterschiedlichen Städten.


Hier geht es zur Übersicht des Teams von Aletta Bonn am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Unter "Wer sind wir?" können Sie sich übrigens auch von den anderen Teams ein Bild machen.

In Berlin ist die Zusammenarbeit von Pflanze KlimaKultur! mit dem Projekt Open Urban Climate Observatory (OpenUCO) angelaufen, dem sich bereits einige Klimabeetler*innen angeschlossen haben. Wir hatten gemeinsam mit den Kollegen in unserer Online-Fragestunde am 1. Juli bereits von diesem Projekt berichtet (s. Downloadbereich). Seit dem ca. 2 Wochen steht nun auch neben unserem Modellbeet im Botanischen Garten Berlin ein "MESSI" und zeichnet fleißig Wetterdaten auf, die online öffentlich zugänglich sind. Was ein "MESSI" ist, wo Sie die Daten einsehen können und mehr erläutert Ihnen Daniela Schoster, eine der Mitarbeiterinnen von OpenUCO, die hier ihr Forschungsvorhaben vorstellt:

Was wollen wir mit dem Projekt erreichen? In Städten gibt es räumlich große Unterschiede von meteorologischen Größen, wie zum Beispiel der Temperatur oder des Niederschlags. Ein herkömmliches Stadtmessnetz kann das nicht erfassen, da die Stationen viel zu weit von einander entfernt stehen. Daher ist die Unterstützung der Stadtgesellschaft gefragt. Mit unserem Projekt wollen wir ein offenes meteorologisches Messnetz aufbauen. Dazu betreuen Bürger*innen eine kleine Wetterstation in ihrem Garten. Mit den gemessenen Daten sollen hochauflösende Karten der Temperatur- und der Niederschlagsverteilung in Berlin erstellt werden.

Zusätzlich helfen die Messungen bei der Erforschung von Fragen, wie: Welche Temperaturunterschiede gibt es in den städtischen Kleingartenanlagen und ihrer bebauten Umgebung? oder Sind die Niederschlagsmessungen der Bürger*innen eine wertvolle Ergänzung zu den Messungen der offiziellen meteorologischen Messstationen und den gewonnenen Daten der im Frühjahr 2022 in Steglitz installierten Radaranlage zur Untersuchung von Starkregenereignissen in der Stadt?

Wir haben dieses Frühjahr begonnen die ersten Wetterstationen zu verteilen. Und hier kommt die Kooperation mit Pflanze KlimaKultur! ins Spiel. Knapp die Hälfte der rund 30 Teilnehmenden sind auch im Projekt Pflanze KlimaKultur! beteiligt und haben ihre Wetterstation direkt neben ihr Klimabeet gestellt. Das Tolle für uns ist, dass die Messbedingungen in etwa gleich sind und die Teilnehmer*innen können Wetterdaten in ihrem Garten messen. Gleichzeitig werden aber auch wichtige Informationen für das Projekt Pflanze KlimaKultur! gesammelt.

Unsere Wetterstation heißt MESSI und steht für "MESSInstrument" oder auch "Mein Eigenes Sub-Skalen Instrument". Subskalig bedeutet, dass die Vorgänge in der Atmosphäre zeitlich und räumlich sehr hoch aufgelöst sind. Der MESSI wurde am Institut für Meteorologie entwickelt und war schon in einem anderen Citizen-Science-Projekt, FESSTVaL, involviert. Die Wetterstation misst Temperatur (innerhalb und außerhalb vom Gehäuse), relative Luftfeuchte, Luftdruck, Helligkeit und mittels einer Niederschlagswippe den Niederschlag.

Die Daten der eigenen Wetterstation können mit einer extra dafür entwickelten Webapplikation live verfolgt werden. Die Daten der öffentlichen Wetterstationen finden Sie hier unter diesem Link: https://messi.openuco.berlin/public_devices. Ein paar von denen listen wir hier zusätzlich für Ihren schnellen Zugriff:

Garten des Instituts für Meteorologie

Botanischer Garten Berlin

Nächstes Jahr im Frühjahr planen wir weitere Wetterstationen an Kleingärtner*innen in Berlin zu verteilen, um das Messnetz weiter auszubauen. Spätestens dann wird es auch Workshops geben, in denen wir gemeinsam mit Bürger*innen Forschungsfragen formulieren und die Daten zusammen auswerten.

Für weitere Infos schauen Sie doch auf unserer Website unter www.openuco.berlin vorbei oder schreiben Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

   
   

Radarinstallationsvideo (D. Schoster)

 Fotos (oben links nach unten rechts): S. Schlütter, H. Martin, W. Schmitt, W. Schmitt, H. Schöller, W. Schmitt, D. Schoster

Es summt und brummt auf unseren Klimabeeten! Besonders bei schönem Wetter können verschiedene Bestäuber an den Modellpflanzen beobachtet werden. Neben den bekannten Honigbienen und Hummeln tummeln sich auch Schwebfliegen und Schmetterlinge an den Blüten, um Nektar zu trinken und die Blüten zu bestäuben. 

Auf den Duft-Skabiosen haben wir eine Mehrzahl von unseren Fotos gemacht. Hier haben wir männliche und weibliche Gelbbindige Furchenbienen (Halictus scabiosae) gefunden - ein sehr passender lateinischer Name. Diese Biene wurde in 2018 zur "Wildbiene des Jahres" ernannt.

   

Fotos: Wayne Schmitt

Außerdem besuchten einige Hummelarten, wie die Steinhummel (Bombus lapidarius) und die Wald- oder Bunthummel (Bombus sylvarum), diese Duft-Skabiosen und nutzten sie als eine wichtige Nahrungsquelle.

Fotos: Wayne Schmitt

Andere Insekten, wie der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae), die Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria) und eine Raupenfliege (hier: Nowickia ferox), besuchten die Skabiosen wegen des Nektars.

Fotos: Wayne Schmitt und Birgit Nordt

Auch auf den anderen Projektarten waren Bestäuber aktiv. Auf der Wilden Malve, dem Echten Eibischen und dem Steppen-Salbei waren die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) oft zu sehen.

Fotos: Marco Patrzek und Tim Kortekamp

Zu guter Letzt haben wir ein Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) auf dem Seifenkraut bei einer Fragestunde in Potsdam beobachtet. Hier sieht man den entfaltenden Rüssel, den es nutzt, um den tief in der langen Blütenkronröhre verborgenen Nektar zu erreichen.

 Foto: Tim Kortekamp

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Das Projekt hat eine Laufzeit von Juli 2021 bis Februar 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es gehört zu 15 Projekten, die bis Ende 2024 die Zusammenarbeit von Bürger*innen und Wissenschaftler*innen inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen.
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